Der Osten und Südosten 6

Im Vorderen Odenwald
Über Birkenau und Lindenfels zum Lautertaler Felsenmeer
Reiseatlas: S. 235, E-F 1-2 Auch durch den Vorderen Odenwald verlaufen zahlreiche geschichtsträch¬tige Pfade. Mit Mossautal-Hüttenthal, knapp hinter der Grenze der Metropol- Region Rhein-Neckar Richtung Michel¬stadt, und dem nicht weit entfernten Grasellenbach erheben gleich zwei Orte den Anspruch, auf ihrem Gebiet entspringe die Quelle, an der der Nibe¬lungenrecke Siegfried den Sagen nach durch Hagen von Tronje den Tod fand. Quer durch den Odenwald und weiter über Lorsch bis nach Worms verlaufen heute die den alten Sagen folgenden Straßen, die Nibelungenstraße und die Siegfriedstraße.
Wer von Weinheim aus über die B 38 Richtung Mörlenbach fährt, erreicht schon wenige Minuten später Birke¬nau. ‘Mach es wie die Sonnenuhr, zähl’ die heit’ren Stunden nun – in kaum einem anderen Ort ist dieses Leitmo¬tiv so berechtigt wie hier. Denn im »Dorf der Sonnenuhren« im hessischen Odenwald kann man bei einem Spa¬ziergang durch den Ort über 100 der geräuschlosen Zeitmesser entdecken. Die Schmuckstücke zieren gleicher¬maßen Hauswände – etwa beim Rat¬haus an der Hombacher Straße oder bei der Schule an der Tuchbleiche – wie Gärten, beispielsweise im Schloss¬park. Den ursprünglich nach franzö¬sischen Vorlagen angelegten Park gestaltete Friedrich Ludwig von Sckell in einen Landschaftsgarten nach eng¬lischem Vorbild um. Das Schloss, ein spätbarocker zweigeschossiger Bau, wurde Ende des 18. Jh. durch den kur¬pfälzischen Hofbaumeister Franz Wil¬helm Rabaliatti fertiggestellt. Da es heute im Privatbesitz der Familie Wam- boldt von Umstadt ist, kann man es nur von außen besichtigen. Der Schloss¬park ist für Besucher zugänglich.
Weiter geht es noch ein Stückchen entlang der Weschnitz durch Fürth hin¬durch, dann auf die B47 nach Linden¬fels. Zur Sommersonnenwende Ende Juni feiern die Fürther ihren Johannis¬markt mit buntem Festumzug und zahl¬reichen Trachten- und Musikanten¬gruppen. Natur und Beschaulichkeit begegnet man hingegen im Bergtier¬park in Fürth-Erlenbach, etwas abseits der Route gelegen (Beschilderung, tgl. ab 10 Uhr, Sommer bis 19 Uhr, im Winter wetterabhängig, Tel. 062 53/ 2 13 26). Hier leben über 200 Tiere aus fünf Kontinenten in landschaftlich schönen Gehegen.
»Perle des Odenwalds« nennen etli¬che Begeisterte liebevoll den heilkli¬matischen Kurort Lindenfels. Im Wes¬ten von Lindenfels über dem Dorf Schlierbach erhebt sich die Burg Lin¬denfels, heute allerdings nur noch als Burgruine. 1123 wird die Burg erstmals als Burg Lindenfels bezeichnet. Über Jahrhunderte hinweg war sie eine be¬deutende Adelsburg, war unter ande¬rem Heimat von Staufern und Welfen. 1728 zwangen leere Kassen die Pfälzer Verwaltung, den Bergfried abzureißen, 1779 folgten weitere Teile der Burg. Die Burgruine bietet einen schönen Blick über das Weschnitztal und die Berg¬landschaft mit ihren Wäldern ringsher¬um. Geht man von der Burg Richtung Fußgängerzone hinunter, führt der Weg an verschiedenen Sehenswürdigkeiten wie dem Rathaus, dem äußeren und in¬neren Fürther Tor, dem Haus Baur de Betaz und dem Bismarckturm vorbei.
Besondere Attraktionen beherbergt das Lindenfelser Museum (April-Okt. So, Fei, 14.30-17 Uhr, Burgstr. 39, www.lindenfels.de). Dort, in der Zehnt¬scheuer, aber auch im Rathaushof und im Kurgarten, spielen sich während der Brauchtumstage Anfang Oktober spannende Dinge ab. In der histori¬schen Kelteranlage werden die Äpfel per Mahlrad zerkleinert und aus der Buntsandsteinpresse fließt frischer Süßer aus Odenwälder Äpfeln. Beim zeitgleichen Flerbstmarkt werden die funktionstüchtigen Werkstätten im Lin- denfelser Museum lebendig. Schuh¬macher, Wagner und Schmied, aber auch Filzner und Strohseiler zeigen, wie der Arbeitsalltag eines Handwer¬kers aussah.
Ganz in der Nähe wartet eine weitere Besonderheit, die man keinesfalls ver¬säumen sollte. Der B 47 Richtung Bens- heim folgend, lässt sich in Lautertal- Reichenbach Bekanntschaft mit dem Felsenmeer machen (Gemeindever¬waltung Lautertal, Nibelungenstr. 280, Tel. 062 54/30 70, www.informat ions- zentrum-felsenmeer.de). Wie von Rie¬senhänden hingeschmettert liegen zunächst einzelne, dann ganze Felder großer Granit-Felsbrocken im Buchen¬wald verstreut. Wer etwas Action mag, klettert das Felsenmeer hinauf und genießt nach der Anstrengung den Blick von der Flolzbrücke zurück in die Tiefe. Bequemer geht es auf den seit¬lich entlangführenden Pfaden nach oben. Die Römer nutzten die gewaltige Ansammlung von Granitbrocken auf dem Felsberg vom 2.-4. Jh. als natür¬lich zugänglichen Steinbruch. Unfertige oder misslungene Arbeiten ließen die römischen Steinmetze einfach im Wald liegen. Eine über 25 Tonnen schwere und über neun Meter lange Riesen¬säule wurde wahrscheinlich beim Rückzug der Römer zurückgelassen. Informationstafeln an berühmten Gra¬nitblöcken wie dem »Schiff« oder »Altar¬stein« erläutern die damalige Art der Steinbearbeitung.

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Der Osten und Südosten 5

Vom Hinteren zum Vorderen Odenwald
Auch wenn der Odenwald ein zusam¬menhängendes Naherholungsgebiet ist, zeigen sich doch gravierende Unter¬schiede zwischen den badischen und den hessischen Gebieten der Region, weshalb man das Mittelgebirge geo¬logisch in zwei Teile unterteilt. Die Tren¬nungslinie zwischen dem Hinteren und dem Vorderen Odenwald verläuft unge¬fähr von Weinheim an der Bergstraße in nordöstlicher Linie zum Main. Südlich und südöstlich dieser Linie liegt der Hin¬tere Odenwald, nach dem hauptsäch¬lich vorkommenden Gestein auch Bunt- sandstein-Odenwald genannt. Mit stol¬zen 626 m Höhe findet sich hier auch der Katzenbuckel, der höchste Berg des Odenwalds. Nördlich und nordwestlich dieser Linie heißt das Mittelgebirge »Vorderer Odenwald«. Da im Vorderen Odenwald an vielen Stellen die Deck- gebirgsschichten abgetragen sind, sieht man hier oft das kristalline Grundge¬stein durchblitzen, hauptsächlich be¬stehend aus Schiefer, Diorit und Granit.
Durch Buchen und Walldürn in den Hinteren Odenwald
Nicht Spektakuläres auf den ersten Blick, sondern gemächliches Entdeck¬en ist angesagt bei einem Ausflug in den Hinteren Odenwald. Die B27 zwi¬schen Mosbach und Buchen führt durchs Madonnenländchen, so ge¬nannt wegen seiner vielen Madonnen¬statuen. In dem staatlich anerkannten Erholungsort Buchen grüßt die Schutz¬patronin Maria auf dem Platz am Bild am Anfang der Fußgängerzone bereits von weitem. Die Mariensäule wurde Mitte des 18. Jh. als Dank für die über¬standene Pestepidemie errichtet.

Noch älter ist die Buchener Fast¬nacht. Am Mainzer Tor, dem heutigen Stadtturm, trifft man auf die manns¬große Steinfigur des nackten Bleckers, Symbol der Buchener Fasenacht. Nach langen dunklen Nächten vertreiben die Buchener im Februar den Winter seit rund 500 Jahren in ihren traditionellen bunten Flickenkostümen. Am Markt¬platz lässt sich die Barockfassade des Alten Rathauses bestaunen, in dem bis heute der Buchener Stadtrat tagt. Und in der ehemaligen Kurmainzischen Kel¬lerei an der Kellereistraße versammel¬te sich während des Bauernkriegs 1525 der >Helle Flauten« der Odenwäl¬der Bauern unter dem Anführer Götz von Berlichingen. Als Rundgang lädt der gut beschilderte Stadtmauerrund¬weg zu einem Spaziergang um die hi¬storische Altstadt ein. Wer einen klei¬nen Schlenker nicht scheut, dem sei ein Abstecher in den Ortsteil Eberstadt empfohlen. In der 600 Meter langen Tropfsteinhöhle entführen prächtige Stalaktiten und Stalagmiten in eine farbig glitzernde, märchenhaft-bizarre Welt (März-Okt.10-16 Uhr, Nov.- Feb. und an Wochenenden 13-16 Uhr).
Auf Nebenpfaden geht es über die Deutsche Limesstraße durch Rinsch- heim und Flettingen nach Walldürn. Vom Schlossplatz, mit der zum Schloss umgebauten Burg aus dem 12. Jh. im Rücken, fällt der Blick auf die Wallfahrtsbasilika Zum Heiligen Blut. Die gleichnamige Wallfahrt verwandelt nach Pfingsten den beschaulichen Ort für einige Wochen in eine Pilgerstätte. Rund um die Basilika, im Barockstil zwischen 1698 und 1714 von Lothar Franz von Schönborn gebaut, ist der Ort mit Blumen geschmückt, überall stehen Altäre. Die Wallfahrt fußt auf einer Überlieferung aus dem 14. Jh. Damals soll ein unachtsamer Priester bei der heiligen Messe den Kelch mit dem gewandelten Wein umgestoßen haben; als sich der Wein über das darunterliegende Leinentuch ergoss, zeichnete er blutrot das Bildnis des Gekreuzigten nach. Seither kommen das Jahr über bis zu 200000 Besucher zu Gottesdiensten und Lichterprozes¬sionen nach Walldürn, die meisten von ihnen an Fronleichnam zum »Großen Blutfeiertag«. Der Heilig-Blut-Altar ist im Innenraum der Basilika zu bestaunen.
Auf den Limes-Lehrpfad trifft man nordöstlich von Walldürn, im Großen Wald. Der Odenwald-Limes entlang der Linie Wörth am Main – Bad Wimpfen war Grenzmarkierung des Römischen Reichs, bis 155n.Chr. die Grenzlinie 30 km Richtung Osten auf die Linie Miltenberg-Walldürn-Ostburken verlegt (s. S. 199) wurde. Text- und Kartentafeln entlang des Lehrpfads informieren bei¬spielsweise über freigelegte Denkmäler wie die Kastelle Hönehaus und Hasel¬burg, das Römerbad oder die sieben Wachtürme.
Im Walldürner Ortsteil Gottersdorf, schon fast an der bayerischen Grenze, befindet sich das nördlichste Freiland¬museum Baden-Württembergs (Wei- herstr. 12, Mai-Sept., Di-So, Fei 10-18 Uhr, April/Oktober, Di-So, Fei 10-17 Uhr, Tel. 062 86/3 20, www.freilandmu seum.com). Odenwälder Idylle pur ver¬strömen die bisher 17 Häuser aus dem 17.-20. Jh. – zumindest heute, da man sie restauriert und nur noch als histori¬sche Zeugen betrachten kann. In ihrer Verschiedenheit dokumentieren sie die ganze Bandbreite des früheren bäuer¬lichen Lebens, vom kargen Tagelöh¬nerhäuschen bis zum stattlichen Gro߬bauernhof. Auch die dörfliche Post¬agentur und eine Landschusterei feh¬len nicht.
Beim Museumsfest Mitte Juli gibt es eine örtliche Spezialität zu kosten, die einst aus der Not heraus entstand, in Zeiten bewusster und gesunder Ernäh¬rung mittlerweile aber wieder viele Freunde gefunden hat: den Grünkern.

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Der Osten und Südosten 4

Nach weiteren 11 km Fahrt ist Eber¬bach erreicht. Die alte Stauferstadt hat ebenfalls einen hübschen verwinkelten Kern mit vielen Fachwerkhäusern. Bei einem Altstadtspaziergang fallen die Ecktürme der mittelalterlichen Stadt¬mauer ebenso auf wie das Thalheim- sche Haus als ältestes Steingebäude der Stadt. Zu beiden Seiten des spät¬romanischen Bettendorfschen Tores finden sich besonders schön gestaltete Fachwerkhäuser: >Der Hof« war einst ein kaiserliches Stadtschloss und spä¬terer Adelssitz. Auch das daneben ste-hende Bettendorfsche Haus ist ein ehemaliges Herrschaftshaus mit fast 500-jähriger Geschichte. Wer in Eber¬bach Rast machen oder übernachten möchte, findet mit dem Hotel-Restau¬rant »Altes Badhaus« einen besonders hübschen Ort. Wenn der ein oder an¬dere Schoppen die Phantasie auf Rei¬sen schickt, lässt sich in dem best¬erhaltenen mittelalterlichen Badhaus Baden-Württembergs (15. Jh.) leicht nachvollziehen, wie die Körperpflege zu Zeiten von Badezuber und Feuer¬raum gewesen sein mag. Das Stadt¬museum klärt den Reisenden sehr anschaulich über die Geschichte der Neckarschifffahrt auf. Außerdem lässt uns die Abteilung »Mensch und Wald« wissen, dass im Eberbacher Stadtwald eine Douglasie 62,45 m an Höhe misst und von keinem anderen Baum in Deutschland überragt wird (Alter Markt, Tel. 062 71/16 64, Di, Fr 15-17, Sa, So 14-17 Uhr). Von der oberhalb der Stadt gelegenen dreiteiligen Burg Stolzeneck haben sich nur Reste erhalten. Sie war um 1200 errichtet und später mehrfach erweitert worden.
Nach weiteren 9 km Fahrt zeigt sich Zwingenberg als einer der schönsten und besterhaltenen Adelssitze des Neckartals. Das Schloss Zwingenberg
entspricht noch heute dem Bild einer mittelalterlichen Burg. Von Kriegen und Zerstörungen weitgehend verschont, ist es Wohnsitz von Prinz Ludwig von Ba¬den. Besichtigungen sind deshalb nur in Gruppen und nach Voranmeldung beim örtlichen Forstamt möglich (Tel. 0 62 63/41 1010). Einen Augen- und Oh¬renschmaus bieten die jährlich im Au¬gust stattfindenden Schlossfestspiele, bei denen Aufführungen des »Frei¬schütz« von Carl Maria von Weber im¬mer im Zentrum stehen. Vom Wehrgang der Anlage reicht der Blick über steile Felsen hinab in die Wolfsschlucht, den Ort, der zur Komposition einer entspre¬chenden Szene im “Freischütz- führte.
Im weiter neckaraufwärts gelegenen Mosbach bezaubert nicht nur das 1610 errichtete Palsche Haus am Markt¬platz mit seiner reichhaltigen Fach¬werkverzierung. Auch die sich anschlie¬ßenden Häuser zeugen in ihrer Bau¬weise beredt von den Handwerks-künsten des Mittelalters. Zur Römerzeit lag Mosbach an einem wichtigen Han¬delsweg. Im 9. Jh. entwickelte sich um das Benediktinerkloster >Monasterium Mosabach- zu einem vitalen Handels¬platz, der sogar das Markt- und Münz¬recht besaß. Im frühen 17. Jh. entstan¬
den bereits die ersten eindrucksvollen Fachwerkhäuser in der befestigten Pfalzgrafenstadt – Zeichen der Wohl¬habenheit der Bürger. Viele Zünfte wa¬ren vertreten: Weber, Bäcker, Gerber, Küfer, Müller, Färber. Noch heute findet man bei einem Rundgang durch die Alt¬stadt an vielen Häusern Handwerker¬zeichen, die darauf hinweisen. Auf dem mittelalterlichen Marktplatz wird wie eh und je der Wochenmarkt abgehalten.

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Der Osten und Südosten 3

Neckartal/Burgenstraße
Reiseatlas: S. 236-237, A 3-D 3 Oftmals verlieren Flüsse in ihren Mün¬dungsgebieten an Schönheit – nicht so der Neckar, der zwischen Mosbach und Neckargemünd auf knapp 50 km ein romantisches Tal durchfließt und an seinen Ufern den warm-roten Sand¬stein des Odenwaldes steil emporra¬gen sieht. In den vielen Windungen, die der Fluss auf dieser Strecke nimmt, ha¬ben sich kleine Städte um die stolzen Burgen herausgebildet. Sie markieren einen der attraktivsten Streckenab¬schnitte der -Burgenstraße«. Wer deren Schönheit vom Fluss aus näher ge¬nießen möchte, kann dies von Heidel¬berg aus bis Eberbach an Bord eines Ausflugsschiffs tun.
Von Neckargemünd bis Mosbach
Mit einem malerischen Stadtbild und viel Fachwerk präsentiert sich die ehe¬malige freie Reichsstadt Neckarge¬münd. In der Neckarstraße kann man eines der alten Fachwerkhäuser in der Weinstube >Zur Stadt Athen< auch von innen besichtigen. Die populäre Stube verfügt auch über eine Terrasse mit schönem Blick auf den Neckar. Nach einem kleinen Altstadtbummel emp¬fiehlt sich die Weiterfahrt auf der glei¬chen Neckarseite zur Feste Dilsberg, die als Ortsteil von Neckargemünd ca. 5 km weiter flussaufwärts hoch auf dem Berg liegt. Das Ensemble fand schon um 1200 urkundliche Erwäh¬nung und ist in weiten Teilen sehr gut erhalten, etwa die Mantelmauer aus dem 14. Jh. und der Treppenturm des Palas (16. Jh.). War die Anlage einst ein Fluchtpunkt für den kurpfälzischen Hof, so entwickelt sich das kleine ummau¬erte Dorf in jüngerer Zeit zu einer Resi¬denz für Künstler und Kunsthandwer¬ker, die es aufgrund seiner Ruhe und Beschaulichkeit den nahen Neckar¬städten vorziehen. Wer nach der ört¬lichen Chocolaterie fragt, findet an dem Kunsthandwerk sicher Geschmack.
Neckarsteinach, auf der anderen Seite des Neckars gelegen, lässt sich auch gerne Vier-Burgen-Stadt nen¬nen. Das mit der >Stadt< ist dabei ein bisschen übertrieben, das mit den vier Burgen nicht. Kurz vor dem Ortsein¬gang sieht man am Hang das Schwal¬bennest als ehemals äußerste Bastion der Burganlage aus dem 13. Jh.
Neuerdings zeigt sich dem Betrach¬ter vom Tal aus auch die lange von Bäumen verdeckte Hinterburg. 2006 wurde der Wald am Burghang abge¬holzt und Platz für die Anpflanzung ei¬nes Niederwaldes geschaffen. Die heu¬tige Ruine der Hinterburg war einst Wohnort des Minnesängers Bligger von Steinach, dessen Bild sich in der be¬rühmten Heidelberger Manessischen Liederhandschrift findet. Zu dem En¬semble gehören außerdem die Mittel¬burg und die Vorderburg, die im 16. und 19. Jh. ausgebaut wurden. Die in einer Saison mehrmals stattfindende Vier- Burgen-Beleuchtung lockt jeden Som¬mertausende von Besuchern in den Ort.
Die 8 km lange Strecke nach Hirsch¬horn verläuft auf der gleichen Neckar¬seite und zeigt sich als Abfolge land¬schaftlich reizvoller Panoramabilder. Als -Perle des Neckartals« liegt das Städtchen in einer weiten Flussschleife und gehört zum Bundesland Hessen. Geführte Spaziergänge durch die mit¬telalterlichen Gassen werden zwischen Mai und September samstags von der Touristeninformation angeboten. Zu den Sehenswürdigkeiten gehören die oberhalb des Stadtgebiets gelegene, im 12. Jh. errichtete Burg Hirschhorn. Im 16. Jh. im Renaissance-Stil umge¬baut, dient sie heute als Hotel. Von der Hotel-/Restaurant-Terrasse aus hat man einen wunderschönen Blick ins Neckartal. Wer in Hirschhorn den Hin¬weisschildern zur Ersheimer Kapelle folgt, kommt bald zu einem Kleinod der regionalen Gotik. Die schon 773 im bar¬scher Codex erwähnte Kapelle gilt als älteste Kirche des Neckartals. Beach¬tung verdienen die figürlichen Grab- mäler im Chor und die Wandmalereien.

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Der Osten und Südosten 2

Mit großem Enthusiasmus verfolgt das Weingut Reichsgraf und Marquis zu Hoensbroech im benachbarten An- gelbachtal/Michelfeld die Arbeit auf dem Weinberg und im Keller. Entspre¬chend gut sind alle angebotenen Bur¬gundersorten, die auf den Lössböden des Kraichgaus beste Anbaubedingun¬gen finden. Nach 5 km auf der B 292 kommt man nach Östringen. Beson¬ders breit hat sich dort die Pfarrkirche St. Cäcilia gemacht. Mit dem gelben Sandstein der Region 1895 errichtet, wird der Bau wegen seiner beachtli¬chen Ausmaße auch >Dom des Kraich- gaus< genannt. An Sonntagnachmitta¬gen lohnt ein Blick in die Gustav-Wolf- Kunstgalerie. Sie zeigt das Lebens¬werk des 1887 im Kraichgau geborenen jüdischen Malers und Grafikers (Am Leiberg III/2, So, Fei 15-18 Uhr). Dann geht es ein paar Kilometer auf der B3 in Richtung Süden, um bei Ubstadt- Weiher Richtung Gochsheim abzubie-gen. Der barock geprägte Ort verdient wegen zweier Besonderheiten einen kleinen Aufenthalt, möglichst an einem Sonntag. Im Graf-Eberstein-Schloss sind neben einer Werkschau des Karls¬ruher Künstlers Karl Hubbuch die welt¬größte Bügeleisen-Sammlung sowie ein Küfereimuseum zu sehen (Hauptstr. 89). Das Zuckerbäcker-Museum zeigt so ziemlich alles, was an Gussformen und Gerät zur Herstellung von Schoko¬ladenfiguren nötig ist. Umgeben von Nikolaus-, Osterhasen- und Spekula¬tiusformen erfährt man, dass die Her¬stellung von Zuckerzeug in Europa bis ins 13. Jh. eine Sache der Heilkundler war und der Konditor als solcher erst durch den Kakao aus Übersee im 17. Jh. sein Handwerk entwickelte (Hintere Gasse 2), Schloss und Museum sind je¬weils So 14-17 Uhr zu besichtigen.
15 km weiter nördlich lohnt ein Stopp im Östringer Ortsteil Tiefenbach. Am Kreuzbergsee gibt es schöne Spazier¬wege, Kuchen und Kaffee, und am an¬deren Ende des Ortes warten mit dem Weingut Heitlinger (Am Mühlberg) ein ausgezeichnetes Restaurant und Wein, für die es sich lohnt, eine Ecke im Kof¬ferraum frei zu lassen. Nach Tiefenbach sind es etwa weitere 10 km bis zur Burg¬ruine Steinsberg in Weiler. Die weithin sichtbare Anlage liegt auf einem Ba¬saltkegel und repräsentiert eindrucks¬voll den spätstaufischen Burgenbau. Schon für das frühe 12. Jh. urkundlich bezeugt, zeigen sich heute noch die Ringmauer, einzelne Wohnbauten, Zis¬terne und der 30 m hohe Turm. Im Ort Weiler ist das Restaurant »Küferschen- ke< ein beliebtes Ziel. Der Schenkenwirt darf sich die Hände reiben, wenn er an seine wirtschaftliche Zukunft denkt -bald werden bei Heimspielen der TSG Hoffenheim bis zu 30 000 Zuschauer in ein Fußball-Bundesligastadion pilgern, das in der Nähe errichtet wird. Das seit 1192 mit Stadtrechten versehene Sins-heim gilt als Hauptort des Kraichgaus. Große Anziehungskraft übt hier das Auto & Technik Museum aus. Es liegt direkt an der Autobahn A6, und das große Freigelände entwickelt sich in jüngerer Zeit zu einem »Parkplatz für Flugzeuge«. Wer will, kann sich eine originale Concorde von innen ansehen (Obere Au 2, Tel. 072 61/9 29 90, www. technik-museum.de, tgl. 9-18, Sa, So, Fei bis 19 Uhr). Historisch interessierte Besucher erfahren im Stadtmuseum, dass Sinsheim ein kleines Zentrum der Märzrevolution von 1848 war (Hauptstr. 92, Tel. 072 61/40 49 50, So, Mi 14-17 Uhr), und im sogenannten Lerchennest im Stadtteil Steinsfurt lernt man das einzige Museum in Baden-Württem¬berg kennen, das sich dem Preußen¬könig Friedrich dem Großen widmet. Er wurde 1730 als junger Mann in Sins¬heim festgesetzt, als höfische Ver¬pflichtungen und die strenge väterliche Erziehung ihn in die Flucht getrieben hatten (Museumshof Lerchennest, Ler- chenneststr. 18, Tel. 072 61/39 34, So, Fei 14-17 Uhr). Von Sinsheim aus führt dann die B45 auf einer Strecke von ca. 20 km nach Neckargemünd. Auf dieser Strecke lohnt bei Meckesheim ein Ab¬stecher zur idyllisch gelegenen Klos¬terkirche Lobenfeld (www.kloster- lobenfeld.com), die, 1145 erbaut, beein¬druckende mittelalterliche Wandma¬lereien birgt. Wieder auf der B 45 macht das Urgeschichtliche Museum von Mauer darauf aufmerksam, dass hier im Jahre 1907 mit dem Homo Heidel- bergensis (s. S. 57) einer der wichtigs¬ten archäologischen Funde der Neuzeit gemacht wurde (Rathaus Mauer, Hei¬delberger Str. 34, Tel. 062 26/9 22 00, www.gemeinde-mauer.de, Mo 8-12, 13.30-18, Di-Do 8-12,13.30-16, Fr 8- 12 Uhr, Sa, So geschl.). Nach Neckar¬gemünd sind es von Mauer aus nur noch 7 km.

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Der Osten und Südosten

KRAICHGAU, NECKARTAL, ODENWALD
Die Kulturlandschaften im Osten und Südosten der Region an Rhein und Neckar bergen eine ganze Reihe reizvoller Orte, die sich mühelos mit Tagesaus¬flügen erreichen lassen. Ob Heldensagen und Mythen, Begegnungen mit dem Weltkulturerbe am Limes oder Weinproben im Kraichgau – diese Landschaften mit ihren Burgen, Marktflecken und Weingärten werden alle Besucher schnell in ihren Bann ziehen.
Durch den Kraichgau zum Neckar
Reiseatlas: S. 239, E-F 3-4 Sanfte Flügellandschaften bestimmen die Szenerie bei einer Ausflugsfahrt, die südlich von Fleidelberg in Wiesloch be¬ginnt, um einige Besonderheiten der Region zu streifen und im Neckartal zu enden. Wer die schönen Bilder der »ba-dischen Toskana« intensiver aufnehmen möchte, bewegt sich hier zwischen Rheinebene (Westen), Odenwald (Nor¬den), Stromberg/Fleuchelberg (Osten) und Schwarzwald (Süden) am besten mit dem Fahrrad. Da das Gebiet arm an Bodenschätzen, aber sehr fruchtbar ist und zudem über ein fast mediterranes Klima verfügt, haben Adelsgeschlechter, Bauern und Winzer das Siedlungsbild geprägt. Landschlösser, Weingüterund Kunstsammlungen bilden die Stationen, an denen ein Aufenthalt lohnt.
Wiesloch liegt ca. 15 km südlich von Heidelberg und gefällt vor allem wegen seines hübschen Stadtkerns, der mit ei¬nigen mittelalterlichen Zeugnissen, Ge¬schäften und Cafes zum Bummeln und zum Besuch des Städtischen Museums in einem mittelalterlichen Wehrturm ein¬lädt (Röhrbuckel, Tel. 062 22/8 43 05, So 14-16 Uhr). Das älteste Gebäude der Stadt, der Freihof mit seinen goti¬schen Treppengiebeln, bietet sich als Hotel und Restaurant für alle an, die bei einem Besuch der Region gerne außer¬halb großer Städte wohnen. Sehens¬wert ist auch die »Kunstsammlung Kurt und Gertrud Lamerdin«. Sie zeigt Werke namhafter Künstler, die in der Pfalz und Nordbaden gelebt haben. Dazu gehö¬ren Otto Dill, Albert Haueisen und Max Slevogt (Kulturforum im Alten Schlacht¬hof, Ringstr. 6, So 14-16 Uhr).
Eine kuriose Geschichte weiß die Stadtapotheke in der Hauptstraße zu erzählen: Hier »tankte« Berta Benz 1888 bei ihrer ersten Überlandfahrt mit dem vom Gatten entwickelten Automobil drei Liter Reinigungsbenzin. Ein Auf¬tanken ganz anderer Art empfiehlt sich im Winzerkeller Wiesloch. Die Genos¬senschaft und zweitgrößte badische Kellerei unterstreicht die Bedeutung des unterbadischen Weinbaus und hält gute Tropfen zu fairen Preisen bereit.
Über Mühlhausen geht es auf der B39 tiefer in den Kraichgau. Nach 12 km erwartet den Besucher in der Ortsmitte von Angelbach/Eichtersheim ein idyl¬lisch gelegenes Wasserschloss aus dem 16.Jh. Im großen Schlosspark lässt sich der alte Baumbestand eben¬so bewundern wie die Plastiken von Jürgen Goertz, der mit dem >S-Prin- ting-Horse< auf dem Vorplatz der Print Media Academy in Heidelberg der Welt die größte Pferdeskulptur schenkte. Der berühmteste Sohn des Ortes ist Friedrich Hecker. 1811 in Eichtersheim geboren, wusste er seine ganze Heimat für die Freiheitskämpfe der Märzrevo¬lution von 1848/49 zu begeistern.

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UNESCO-WELTKULTURERBE: DOM ZU SPEYER – KLOSTER LORSCH – LIMES

Nur was einzigartig und von weitreichender kulturhistorischer Bedeutung ist, ernennt die UNESCO zum Weltkulturerbe. In der Metropolregion Rhein-Neckar errang diese Auszeichnung bisher drei Denkmäler. Der Schwetzinger Schloss¬garten hat gute Chancen, ebenfalls bald dazuzugehören.
Der Kaiser- und Mariendom zu Speyer ist die größte erhaltene romanische Kirche der Welt und zugleich eines der größten Bauwerke aus dieser Epoche in Deutschland. Er steht für das mittelalterliche Kaisertum, in der Krypta liegen zahl¬reiche deutsche Kaiser und Könige begraben, u. a. der Grundsteinleger Kaiser Konrad II. (gest. 1039), Kaiser Heinrich IV. (gest. 1106) sowie die zweite Frau von Kaiser Barbarossa, Kaiserin Beatrix (gest. 1184), und König Philipp von Schwaben (gest. 1208), Sohn Barbarossas.
Besonders im Hauptschiff finden sich die charakteristischen romanischen Rund¬bögen. Mit dem Speyerer Dom wurde erstmals ein Kirchenraum dieser Größen¬ordnung erfolgreich übenwölbt. Nicht unbedingt Bescheidenheit und Demut gaben den Ausschlag für den Dombau. Den Grundstein legte Kaiser Konrad II. im Jahr 1031 n. Chr. in der Absicht, hier die größte Kirche des Abendlands zu bauen. Erst sein Enkel Heinrich IV. konnte den Bau 1061 n.Chr. einweihen. Um die benötigten Mengen an Steinen und Holz herbeizuschaffen, wurde eigens ein Kanal vom Pfäl¬zerwald zum Rhein angelegt. Doch die Freude über den Prachtbau währte nicht lang. Knapp 20 Jahre später ließ Heinrich IV. den Dom zur Hälfte einreißen – um ihn noch größer wieder aufzubauen.
Mit einer Länge von 132 m und einer Breite von 33 m war der neue Dom im Jahr seiner Fertigstellung 1106 n. Chr. das größte Bauwerk Europas. Damals hatte Speyer rund 500 Einwohner. Dass Kaiser Heinrich IV. hier eine derart große Kirche bauen ließ, war auch eine klare Ansage Richtung Rom. Größe und Pracht des Speyerer Doms demonstrierte sowohl den weltlichen als auch den kirchlichen Machtanspruch, den die deutschen Kaiser damals erhoben und der schließlich in den Investiturstreit zwischen Kaiser und Papst mündete. Wechselvoll waren die folgenden Jahrhunderte der Domgeschichte, geprägt von Besetzung und Zer¬störung durch Feuer, bis er 1806 schließlich abgerissen werden sollte. Das ver¬hinderte der Mainzer Bischof Joseph Ludwig Colmar. Nicht verhindern konnte er allerdings die zweckfremde Nutzung: für Napoleons Truppen wurde der Dom Vieh¬stall, Futter- und Materiallager. Erst nach dem Abzug der Franzosen wurde das Gotteshaus grundsaniert und diente seit 1818 als Bischofskirche. Nach einer aus¬geprägten Re-Romanisierung Mitte des 20. Jh. wird der Dom nun voraussichtlich bis 2010 saniert. Weitere Zeugnisse zur Domhistorie finden sich mit dem sog. Ölberg, dem Mittelpunkt des ehemaligen Domkreuzgangs, und dem Domnapf auf dem Domplatz westlich der Kathedrale. Der Domnatz wird noch heute zu beson¬ders feierlichen Anlässen mit Wein gefüllt.
Seit 1980 veranstalten das Domkapitel Speyer, der SWR und die Stadt Speyer gemeinsam jährlich von August bis Oktober die Internationalen Musiktage >Dom zu Speyer«. Kernstück ist ein Orgelwettbewerb, daneben gibt es Sinfoniekonzer¬te, Kammermusik und Konzerte mit geistlicher Musik. Information: Tourist-Informa¬tion Speyer, s.S. 141, www.musiktage-speyer.de oder www.dommusiktage.de.
Das Kloster Lorsch wurde 1991 in die UNESCO-Liste aufgenommen. Im frühen Mittelalter war es eines der bedeutendsten Klöster in Mitteleuropa und zugleich als Königskloster und Reichsabtei ein wichtiges politisches Zentrum. Vor mehr als 1200 Jahren vom fränkischen Gaugrafen Cancor als Abtei gegründet, wurde hier später die ostfränkische Karolingerdynastie zu Grabe getragen. Heute sind von der ehemaligen Klosteranlage, die 764 n.Chr. erstmals urkundlich erwähnt wurde und sogar im Nibelungenlied vorkommt, neben der Königshalle nur noch der Torso der einstigen Klosterkirche und Teile der Klostermauer erhalten. Auch die Werke der sehr bedeutenden Klosterbibliothek sind über die Welt verstreut. Die karolin¬gische Königshalle zählt jedoch zu den besterhaltenen frühmittelalterlichen Ge¬bäuden. Das restaurierte Obergeschoss in der Königshalle ist nach Anmeldung zu besichtigen. Außerdem lockt in der Klosteranlage ein Kräutergarten, angelegt nach dem Lorscher Arzneibuch, einer Handschrift aus dem 8. Jh. Nur einen kurzen Fu߬weg entfernt informiert im nahe gelegenen Museumszentrum eine Dauerausstel¬lung überdas Mönchstum und dessen Voraussetzungen im Mittelalter. Information: Kloster Lorsch, Nibelungenstr. 32, 64653 Lorsch, Tel. 062 51/10 38 20. Kloster¬anlage: tgl. bis Einbruch der Dunkelheit, Museumszentrum: Di-So 10-17 Uhr.
Lediglich Überreste zeugen von einem weiteren historischen Bauwerk. Die Grenzbefestigung des Neckar-Odenwald-Limes bestand vom Ende des 1. Jh. n.Chr. bis zum Jahre 159 n.Chr., als sie unter Kaiser Antonius Pius durch neue Grenzverläufe abgelöst wurde. Als Grenzwall oder Überwachungsanlage an den Reichsgrenzen markierte der Neckar-Odenwald-Limes über eine Länge von etwa 70 Kilometern das römische Gebiet entlang des Rheins zwischen Mainz und Stra߬burg. Er begann südlich des Kastells Obernburg und endete gegenüber von Bad Wimpfen am Neckar. Mehrere Dutzend Wachtürme sicherten die Strecke, wenige kleinere Kastelle lagen direkt im Odenwald, beispielsweise in Oberscheiden/ Mudau und Neckarburken/Elztal. Der Odenwald-Limes lässt sich gut zu Fuß er¬kunden. Einige der Wachtürme sind in ihren Fundamenten heute noch erhalten, ebenso das rekonstruierte Süd-Tor am Kastell Oberscheidental.
Im September 2006 eröffnete in Osterburken im Hinteren Odenwald das neue Römermuseum. Es ist eines von vier überregionalen Informationszentren und zu¬gleich Erlebniswelt zum Limes, der 2005 zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt wurde. Das Museum informiert über die Lebensweise der Menschen an den Gren¬zen des römischen Reichs. Information: Römermuseum, Römerplatz 2, 74706 Osterburken, Di-So 10-17 Uhr, Tel. 062 91/41 52 66.

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DURCHS HESSISCHE RIED

Das Flachland zwischen Rhein und Odenwald war früher häufig überschwemmt, bis durch die Flussre¬gulierung fruchtbare landwirtschaftliche Flächen ent¬standen sind. Besonders gut gedeihen in dem milden Klima Spargel, Tabak, Salat und Gemüse.
Über Lampertheim nach Lorsch
Lampertheim
Reiseatlas: S. 235, D 2 – D/E 1/2 Über Viernheim, wohin Baden-Würt¬temberger gerne feiertags zum Ein¬käufen fahren, während die hessischen Nachbarn mal wieder arbeiten müssen, erreicht man über die B44 Lampert¬heim. Das Städtchen in Süd-Hessen ist seit dem Ende des 19. Jh. ein wichtiges Spargelanbaugebiet. Rund 1500 Ton¬nen des empfindlichen Gemüses ste¬chen Erntehelfer pro Jahr, bevor die Spargelköpfe aus den braunen Erd¬wällen hervorlugen. Die Ernte der wei¬ßen Stängel wird seit Anfang der 1930er-Jahre sogar mit einem Fest ge¬feiert, früher zunächst von den Spar¬gelbauern als Saisonabschluss, heute als geselliges Volksfest. Dabei gibt es natürlich vielfältige, zum Teil auch aus¬gefallene Kreationen rund um das kö¬nigliche Gemüse zu probieren. Auf dem Platz vor dem Dom herrscht dann bun¬tes Jahrmarkttreiben.
Auch für Naturfreunde hat Lampert¬heim einiges zu bieten. Nahe der Stadt liegt das Naturschutzgebiet Bieden-sand (Biedensandstraße, Nähe Schul¬zentrum) mit zahlreichen Wandermög¬lichkeiten. Dieser Teil des Altrheins ist eines der bedeutendsten hessischen Altrheinschutzgebiete und mit 530 ha Fläche das drittgrößte hessische Na¬turschutzgebiet überhaupt. Entstanden ist die Schutzfläche durch ein Hoch¬wasser. Im Mai 1802 schnitt das Was¬ser eine ausladende Rheinschlinge, die sich im Laufe von Jahrhunderten her¬ausgebildet hatte, bei Lampertheim ab, und verkürzte so den Rheinverlauf be¬trächtlich. Erst knapp 80 Jahre später wurde der Rhein in der Nähe der Durchbruchsteile begradigt. Und ver¬ständlicherweise wurde die kürzere Strecke zum neuen Wasserweg, das Gebiet innerhalb der früheren Schlinge zum Naturschutzgebiet mit seltenen Pflanzen- und Vogelarten.
Auch das Heimatmuseum von Lampertheim birgt Schätze vergan¬gener Jahrhunderte. Es ist in einem Bauerngehöft aus dem Jahre 1737 in der Mitte des Ortskerns untergebracht (Römerstraße, 1. und 3. So im Monat, April-Sept. 10-12.30, Okt.-März 14-17 Uhr, Tel., 062 03/93 53 21) – das ein¬zige Fachwerkhaus mit vollständig erhaltenem Backhaus samt Backofen aus dem 18. Jh. In den Museumsräu¬men ist eine Wohnung so eingerichtet wie ehemals die alten Lampertheimer Bauernhäuser. Eine Abteilung zeigt ausführlich Tabakanbau und -Verarbei¬tung, im Obergeschoss gibt es außer¬dem eine Ausstellung zum Spargelan¬bau in Lampertheim.
In der Nähe der katholischen Kirche in der Ortsmitte erinnert der Pater- Alfred-Delp-Platz an einen überaus mutigen Lampertheimer der jüngeren Geschichte. Das Elternhaus Delps, heute als katholisches Vereinsheim >Zum Schwanen« genutzt, kennzeich¬net eine Gedenkplatte für den Jesui¬tenpater, der gegen das NS-Regime Widerstand leistete, auf dem Lampert¬heimer Friedhof kann man Delps Grab¬stätte besuchen.
Lorsch
Nur wenige Kilometer auf der Nibelun¬genstraße, der B47, führen den Besu¬cher zu gänzlich anderen Zeitzeugnis¬sen. Hier in Lorsch schlägt noch das Flerz der Kurpfalz. Der kurpfälzische Staat spielte während des Mittelalters über mehrere hundert Jahre eine be-deutende Rolle. Als Deutschland unter Napoleon neu geordnet wurde, verlor die Kurpfalz ihre Eigenstaatlichkeit und wurde aufgeteilt. Fleute grenzt man sich im Rechtsrheinischen mit diesem Regi¬onalbegriff gegen Baden und Württem¬berg ab. Lorsch mit rund 13000 Einwoh¬nern ist vor allem durch das UNESCO- Welterbe seines Klosters (s.S. 199) be¬kannt. Doch auch über das karolingi¬sche Kloster hinaus mauserte sich die Kleinstadt in den vergangenen Jahren. Im Kallenbach-Haus, direkt neben Königshalle (nur über das Museums¬zentrum, Tel. 062 51 /10 38 20) und Altem Rathaus mit Nibelungensaal. den Ge¬mälde zum Klosterbau und aus der Nibe¬lungensage zieren (Besichtigung mög¬lich, tgl. 10-18 Uhr, sofern frei, bei der Tourist-Info melden), ist seit 2002 der Sitz der Kurpfalz-Bibliothek (Schulstr. 16, Mi 9.30-12 Uhr, Tel. 062 51/58 29 19). Die Bibliothek soll die schriftlichen Zeugnisse der Region bündeln und eine Art historisches Gedächtnis schaffen. Naturschutzgebiete wie die Weschnitz¬insel von Lorsch«, vom Altmäander der Weschnitz durchzogen, sowie die ‘Er¬lache« und »Tongruben« sind typische Riedlandschaften, über deren Flora und Fauna man sich neuerdings auch im Naturschutzzentrum informieren kann (Beschilderung folgen, zwischen Bensheim und Lorsch, Richtung Er¬lache, Mo-Fr 8.30-12, Sa 14-18, So 10- 18 Uhr, Winter Sa 14-16, So 13-17 Uhr, Dez./Jan. am Wochenende geschl.). Auch die Geschäftsstelle des Natur¬parks Bergstraße-Odenwald ist in Lorsch (Nibelungenstr. 41, Mo-Fr 8-12 Uhr, Tel. 062 51/70 79 90). Wer wäh¬rend all dieser Besichtigungen mal eine Pause braucht, den laden zahlreiche Straßencafes auf dem verkehrsbe¬ruhigten Benediktinerplatz und dem Marktplatz zum Verweilen ein.

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DER UNESCO-GEOPARK BERGSTRASSE-ODENWALD

Wer dichte dunkle Wälder scheut, ist im Odenwald bestens aufgehoben. Hier prägt der Wechsel von Wald und Feldern die Landschaft und verleiht ihr einen eher luf¬tigen Charme. Die landschaftlichen Besonderheiten hat auch die UNESCO aner¬kannt: Seit 2002 gehören der Naturpark Bergstraße-Odenwald und Teile des Neckar¬tal-Odenwalds zum »UNESCO Global Network of Geoparks». Das Geopark-Kon- zept verbindet Landschaftsinformation und Umweltbildung und berücksichtigt auch die Interessen der regionalen Wirtschaft. Zwischen den Flüssen Rhein, Main und Neckar erstreckt sich das rund 3200 Quadratmeter große Gebiet des Natur- und Geoparks von der Rheinischen Tiefebene im Westen, über den Vorderen bis zum Hinteren Odenwald. Mit seinen unterschiedlichen Gesteinen im hessischen Ried, dem Kristallinen Odenwald im Zentrum bis zum Buntsandstein-Odenwald im Osten ist das Gebiet eine Art steinerne Bibliothek: Über 500 Millionen Jahre wechselvolle Erdgeschichte werden hier lebendig.
Geotope wie beispielsweise Steinbrüche, Bergwerke und Höhlen, aber auch Einschlagkrater von Meteoriten fungieren wie Fenster in die ferne Vergangenheit der Erde. Am dritten Sonntag im September, dem bundesweiten Tag des Geotops, prämiert der Geopark seit 2002 jedes Jahr das »Geotop des Jahres». Gekürt wur¬den unter anderem das Felsenmeer im Lautertal, der Otzberg und die Tropfstein¬höhle Buchen. Rund um den Jahresgewinner bietet der Geopark jeweils eine the- menübergreifende Geotop-Präsentation, Exkursionen und eine Kurzbroschüre.
Im Geopark-Erholungsgebiet gibt es ein dichtes Netz von Wanderrouten und etliche Natur- und Spielplätze. Gleichzeitig erklären Infozentren und Erlebnispfade, welche Abläufe das Gesicht des Planeten Erde geprägt haben und berücksich¬tigen dabei insbesondere die Wechselwirkung zwischen der Erdgeschichte, der einheimischen Tier- und Pflanzenwelt sowie dem Alltag und der Kulturgeschichte der Region. Das Jahresprogramm »Landschaft erleben» bietet viele Informationen und zugleich aktives Landschaftserleben. Wer es noch genauer wissen möchte, kann auch spezielle Führungen bei den Geopark-Rangern mitmachen und sich von den ausgebildeten Biologen, Geologen oder Geographen Lernorte der Natur wie Steinbrüche, Stollen oder Natursteinklippen erklären lassen.
Information: Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald e.V., Tel.: 062 51/70 79 90, www.geo-naturpark.de.
Tipp: »Geokids on Tour» – naturkundlich begeisterte Kinder können den Ausflug in den Geopark schon zuhause vorbereiten. Siggi, der Drache, der in einer Höhle im Odenwald wohnt, nimmt sie auf der Geokids-Route mit zu einem erdge¬schichtlichen Ausflug mit kindgerechten Karten und Fragebögen. Dr. Jutta Weber, UNESCO-Geopark Bergstraße, Tel. 062 51/70 79 923, www.geo-naturpark.de, dann den Button »Fenster in die Erdgeschichte» anklicken.

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Die mediterrane Bergstraße und das Ried 4

Durch die Innenstadt
Auf dem Marktplatz bewahren res¬taurierte Fachwerkhäuser das Erbe der Vergangenheit, das Haus mit der Nr. 2 stammt noch aus der Zeit des Dreißig¬jährigen Kriegs. Seit 1960 befindet sich im Lorscher Klosterhof am Oberen Marktplatz das Museum der Stadt, dessen Sammlung fundierte Einblicke in die Stadtgeschichte bietet (Tel. 062 51/ 5 84 78 68, Do, Fr 16-20 Uhr, Sa, So, 11-18 Uhr). In der Mitte des Plat¬zes ziert die Statue von St. Georg den Marktbrunnen. Der Drachentöter ist Stadtpatron und Namensgeber der großen Kirche St. Georg am Kirch- platz, wohin man über eine Treppe zwi¬schen Parkhaus und Museum gelangt. Georg Möller, Hofbaumeister bei Gro߬herzog Ludewigl. in Darmstadt, baute den Vorläufer der katholischen StadtPfarrkirche, indem er Teile der alten gotischen Kirche in den Neubau ein¬bezog. Nachdem die Möller-Kirche 1945 ausgebrannt war, taten es ihm die Erbauer der heutigen Kirche gleich. Am Pfarrhaus vorbei führt der Weg durch den Pfarrhof in die Obergasse. Der Walderdorffer Hof in der Ober¬gasse 18 gehört zu den ältesten Fach¬werkhäusern der Region. 1470 errich¬tet, beherbergt er heute eine urige Weinkneipe.
Hinter dem Haus Obergasse 6 er¬hascht man noch einen Blick auf die alte Stadtmauer, in die eine steinerne Kanonenkugel eingemauert ist, ehe es weiter über die Hauptstraße zur Darm¬städter Straße geht. Im Stadtpark, dem ehemaligen Rodensteinschen Garten, liegt der 1732 von der Familie Über¬bruck von Rodenstein erworbene Ro¬densteiner Hof, in dem ab Mitte der 1940er bis Mitte der 1980er-Jahre das Bensheimer Rathaus untergebracht war. Das Städtische Weingut direkt am Ritterplatz lockt zum Verschnau¬fen. Wenige Schritte sind es nur durch die Dalberggasse bis zum Bürgerhaus. Am Turm des Dalberger Hofs trafen ehemals die nördliche und westliche Stadtmauer zusammen. Heute residie¬ren hier das Parktheater und das Bür¬gerhaus. Zurück auf der Hauptstraße folgt man dem Weg vorbei an der Ehemaligen Mainzer Domkapitelfak¬torei in der Hauptstraße 39 bis zur Mittelbrücke über den Winkelbach. Parallel zum Bach verliefen früher auf beiden Seiten Stadtmauern, die Alt¬stadt und Vorstadt voneinander ab¬grenzten. Die beiden Brückenheiligen Johannes von Nepomuk und Franzis¬kus Xaverius stiftete ein Bensheimer Ehepaar, nachdem die Brücke im 18. Jh. durch ein Unwetter so stark be¬schädigt worden war, dass man sie ab¬reißen musste. Von hier aus kann man in aller Ruhe durch die Fußgängerzone bummeln – oder vom Bahnhofsplatz aus für weitere Entdeckungen den Bus Richtung Fürstenlagerund Schloss Au¬erbach nehmen: Wer in dieser herrli-chen Landschaft länger unterwegs sein möchte, kann von Auerbach aus eine Tour zum Melibokus unternehmen.
Hinauf zum Melibokus
Mit 517 m ist der Melibokus der höchste Berg zwischen Odenwald und hes¬sischem Ried. Den Gipfel krönt ein Aussichtsturm. Ein gut ausgebautes Wegenetz macht den Hausberg der Bergsträßer zum beliebten Ziel für Wanderer; Radsportler sollten über ent¬
sprechende Kondition verfügen: über 5 km ist durchschnittlich eine Steigung von 8% zu bewältigen. Von hier lohnt ein Abstecher auf die andere Bergseite, nach Zwingenberg. Die älteste Stadt an der Bergstraße und zugleich deren Endpunkt innerhalb der Metropolregion bietet schmuckes Fachwerk in einer historischen Altstadt und lukullische Gaumenfreuden im Gasthof >Zum Bun¬ten Löwen-. Den schönen Urlaubstag lässt man passend mit einem Wein des Zwingenberger Winzerduos Simon- Bürkle ausklingen. »Hier findet man die feinsten trockenen Rieslinge im Gebiet«, lobte der Gault Millau Wein¬guide 2006 und zeichnete das Weingut erneut mit zwei Trauben aus.

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